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Miscanthus sinensis „Giganteus“

Verhaeltnismaessig hohe Pflanzgutkosten; 2jährige Etablierungsphase; danach 15jährige Haupt- und bis zu 10jährige Nachnutzungsphase - geringe Aufwendungen während dieser Zeit (Low-Input-Pflanze), auch was Düngung, Bewässerung und Ernte betrifft.

2,23kg Miscanthus mit 14% Wasser entsprechen im Heizwert 1l Heizöl Extra leicht

Boden und Klima

Bei uns kultivierbar in bestimmten Klimaregionen, besonders in (Körner-) Maislagen mit einer Bodenwertzahl ab 60 führen zu guten Ertraegen. Auch schwaechere Boeden bringen noch zufriedenstellende Ergebnisse.
Humose Lehmböden mit guter Wasserversorgung, ungeeignet sind schwere Böden sowie solche die zu Verdichtung neigen - Der Boden soll feucht sein aber bis ca. 1m Tiefe nicht staunass sein; pH-Wert 5-8
Wurzelunkräuter sollten keine dominierende Rolle spielen
700-900mm Niederschlag bei guter Verteilung während der Vegetationsperiode gelten als ideal, abnehmende Erträge bei weniger Niederschlag, Minimum etwa 500 mm, Hauptwachstumszeit Juni - August
Sommertrockene Lagen nicht empfehlenswert, die Jahresdurchschnittstemperatur soll 7°C überschreiten, besser 8,5°C. Über 700m Seehöhe problematisch, ebenfalls schneereiche Gebiete.
Niedrige Temperaturen wirken sich auf das Jugendwachstum negativ aus.
Ungeeignete Standorte: Spätfröste, kältestauende Tallagen, Nordhänge, Frühfrostgebiete
Die Blätter der jungen Sprosse sterben bei Temperaturen unter -5°C ab, für eine gute Überwinterung der Rhizome ist eine geschlossene Schneedecke von Vorteil.

Vorbereitung

Acker im Herbst ca 20cm tief pflügen, keine großen organischen Massen aus der Vorkultur einarbeiten; der frei werdende Stickstoff verzögert die Abreife im Herbst – einjährige Miscanthuspflanzen fangen im Herbst sehr spät mit der Einlagerung von Nährstoffen in die Rhizome an – die Frostresistenz ist nicht mehr ausreichend gesichert

Pflanzmaterial

Unsere Rhizome sind etwa 6-12cm lang und haben durchschnittlich ca 4 gut ausgebildete Augen, auf gesundes, festes Gewebe achten, Schnitt- bzw. Rissstellen sollen eine weißliche – helle Farbe haben

Pflanzung

Möglichst bald nach der Gewinnung pflanzen, da sie sehr empfindlich auf Austrocknung sind, Pflanzzeit M IV – M V. optimale Bodentemperatur von 10°C; bei zu frühen Pflanzterminen sind Spätfröste eine Gefahr, bei zu späten die Frühjahrstrockenheit; Pflanzweite 1x1m = 10.000 Pflanzen/ha. In Hinblick auf die Ernte sollten die Flächen möglichst rechteckig sein und mit schweren Erntemaschinen gut zu erreichen sein. Ungünstige Lagen sind schwerer zu ernten und daher deutlich kostenintensiver in den Maschinenkosten; Rhizome auf eine Tiefe von ca. 8cm legen, rentabelste Pflanzung erfolgt am besten mit einer alten umgebauten Kartoffelsetzmaschine. Abwurfschacht durch ein Polocalrohr mit mind. 15cm - 20cm Durchmesser ersetzen; Für ein erfolgreiches Anwachsen ist ein optimale Bodenschluss notwendig, wichtig daher die Druckrollen an der Setzmaschine, zusätzlich die Fläche walzen, ggf. einwässern

Pflege und Pflanzenschutz

1. Jahr Unkrautbekämpfung
2. Jahr ev. Unkrautbekämpfung
ab 3. Jahr Ernte und mögliche Düngung
Zur Bekämpfung von Unkräutern sind „Callisto“ und „Harmony“ (Maismittel)zugelassen, alternativ zum Einsatz von Spritzmitteln haben sich auch Hacken und Striegeln (geringe Spannung einstellen) bewährt - empfindliche Pflanzbestände.
Befall von Krankheiten und Schädlingen gering bzw. noch sehr wenig bekannt, bei Staulagen oder geschwächten Bestand möglich; Infektion mit Fusarium ssp. wurde mehrfach nachgewiesen, höherer Befall führt zu Fäulnissymptomen, zu vermindertem oder keinem Wiederaustrieb der Pflanzen; verminderte Rhizombildung; neu sind Befall mit Mehltau (USA) und Gelbverzwergungsvirus (England);
Düngung: relativ gering; da ab M IX der Großteil der aufgenommen Nährstoffe und gebildeten Assimilate in die Rhizome rückverlagert werden. Die abfallenden Blätter bleiben als Muchauflage am Feld, Durch fehlende Samen- und Fruchtbildung wesentlich geringerer Nährstoffbedarf; N-Düngung frühestens ab dem 2. Standjahr, auf guten Standorte sogar erst ab 8.-9- Jahr sinnvoll; Düngerausbringung unmittelbar nach der Ernte (IV-V); befahren des Feldes mit Düngerstreuer möglich; Kalium: flächige Rückführung der Asche erst nach 6-7 Jahren, danach erhöht die Kalidüngung die Stengelfestigket; Ascherückführung: Grob- und Zyklonflugasche sollen rückgeführt werden; Von Ausbringung von Gülle ist abzuraten, wenn nur in geringen Mengen
N-Düngung: geringfügig ertragswirksam; meist schon mit 60kg N/ha wird das Ertragspotenzial ausgeschöpft (mineral. Düngung)
Mit 100-200mm Beregnung kann sich der TM-Ertrag um ca. 3000-6000kg/ha erhoehen, bei Niederschlagsmengen über 700mm meist nicht wirtschaftlich; - nach längerer Trockenperiode kommt es zu einem Wachstumsstillstand mit teilw. Abfallen der Blätter, bei nachfolgenden Niederschlägen oder Bewässerung wird das Wachstum fortgesetzt.
Die Wüchsigkeit ist im hohen Ausmaß von der Niederschlagsmenge und -verteilung bis etwa M IX abhängig
Mechanische Unkrautbekämpfung im Auspflanzjahr meist dreimaliges Hacken zwischen den Pflanzreihen nötig. Für Biobetriebe: ausreichendes und kostengünstiges Rindenmulch oder Miscanthushaechsel als Mulchdecke.

Nutzungsdauer

Kulturdauer: 20 Jahre 18 Nutzungsjahre (max. 25)
Etablierung ~ 2 Vegetationsperioden
Hauptnutzungsphase ~15 Vegetationsperioden
Nachnutzungsphase 0-10 Vegetationsperioden
3. Jahr erstmals volle Ertragsleistung Bestände sind rund 3m hoch, 6.-7. Jahr – Ertragsmaximum, ab dem 7. Jahr konstantes Niveau beim Ertrag

Lagerung

Passiert wenn frühzeitig Schnee fällt - wenn Blätter noch nicht abgefallen sind; in noch jungen Beständen können sich nach Tauwetter wieder aufrichten; bei älteren Beständen brechen die Stängel 40-50cm über dem Boden ab; Blätter können in stark lagernden Beständen nicht abfallen, beim Häckseln beträchtliche Staubentwicklung und schlechtere Hackgutqualitaet (erhoehter Siliziumanteil!)

Abreifeverhalten

Ab E IX Verlagerung von Reservestoffen ins Rhizomsystem, besonders IX-X;

Erträge

Trockenmasseerträge (TM –Erträge/Atro-Tonnen)
2.Jahr 5.000-7.000kg/ha
3. Jahr und Folgejahre 13.000-20.000 kg/ha
Bei 14% Wassergehalt kann mit einer durchschnittlichen Erntemenge von 19.000kg/ha gerechnet werden (Körnermaislagen), 1 Atrotonne entspricht 10 - 11 m³ Haechselmaterial (Lagerkapazität!)

Ernte

Termin und Technik von der Nutzung bzw. Verwertung des Erntegutes abhängig;
Ernte von A IX – A V hat sich durchgesetzt, optimal 1 Woche Sonnenschein vor der Ernte - Wassergehalt möglichst niedrig (14-20%)
Als kritischer Wassergehalt gelten 20% Feuchte – ab hier ist mit Erhitzung und Schimmelbildung im Hächselgut zu rechnen
Hächsellänge 2-3cm, Qualität des Hächsel wird von der Erntetechnik und der Messerqualität bestimmt; entscheidend ist, dass ausreichend Material zum Einzug vorhanden ist; Schnitthöhe 10-15cm; lagernde Bestände quer zur Lagerrichtung hächseln; Auch Pressung zu Grossballen moeglich, i.d.R gut lagerfaehig. Grossfeuerungsanlagen koennen diese auch als ganzes verheizen.

Bestandsauflösung

Möglichst unmittelbar nach der letzten Ernte mit einem Tiefgrubber bearbeiten, anschließend Rhizome fräsen – führt zum größten Teil zum Absterben durch Austrocknung, austreibende Rhizomstücke bei Stängellänge von 20-40cm mit Round-up abspritzen; Nachzügler punktuell behandeln (2.-4. Jahr), Stickstoffzehrende Zwischenfrucht mit kräftiger oberirdische Massebildung anbauen (Konkurrenzdruck); 1. Reguläre Folgekultur im Herbst.

Quelle: LKOE

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